Deckungsbeitrag berechnen: ein Beispiel für kleine Shops
Umsatz sagt wenig darüber aus, ob sich ein Shop lohnt. Entscheidend ist, was nach allen Kosten pro Bestellung übrig bleibt. Genau das beschreibt der Deckungsbeitrag. Kennst du ihn, triffst du bessere Entscheidungen über Preise, Werbung und Sortiment. Hier siehst du den Rechenweg Schritt für Schritt an einem einfachen, frei gewählten Beispiel.
Was der Deckungsbeitrag ist
Der Deckungsbeitrag ist der Verkaufspreis abzüglich der Kosten, die direkt von einer einzelnen Bestellung abhängen. Dazu zählen Einkauf, Versand, Verpackung, Zahlungs- und Plattformgebühren sowie Rücklagen für Retouren. Nicht dazu gehören feste Kosten, die auch ohne Verkäufe entstehen, etwa Software-Abos oder Büromiete. Diese Fixkosten trägt der Deckungsbeitrag mit.
Rechenbeispiel in drei Schritten
Die folgenden Zahlen sind erfunden und dienen nur der Veranschaulichung. Deine eigenen Werte werden abweichen.
- Schritt 1: Verkaufspreis 30 €. Einkauf 12 €, Versand und Verpackung 5 €, Zahlungsgebühr 1 €. Die direkten Kosten betragen zusammen 18 €.
- Schritt 2: Du planst eine Rücklage für Retouren und Mängel von 1 € je Bestellung. Die direkten Kosten steigen auf 19 €.
- Schritt 3: Der Deckungsbeitrag beträgt 30 € minus 19 €, also 11 € je Bestellung.
Angenommen, du hast 200 € Fixkosten im Monat. Dann brauchst du in diesem Beispiel 19 Bestellungen, um sie zu decken, denn 200 geteilt durch 11 ergibt etwas über 18. Alles darüber hinaus bringt Gewinn. Rechne das mit deinen echten Zahlen durch, dann weißt du, wie viele Bestellungen dein Shop pro Monat mindestens braucht.
Praxistipps
- Trenne variable und feste Kosten sauber. Nur was mit jeder Bestellung entsteht, gehört in den Deckungsbeitrag.
- Rechne jeden Artikel einzeln. Ein teures Produkt kann wegen vieler Rücksendungen weniger bringen als ein günstiges.
- Prüfe Gebühren regelmäßig. Anbieter ändern ihre Bedingungen, also notiere dir Quelle und Stand.
- Vergleiche Verkaufswege. Derselbe Artikel kann im eigenen Shop und auf einem Marktplatz einen sehr unterschiedlichen Deckungsbeitrag haben.
- Behalte die Werbung im Blick. Rechne aus, wie viel eine Bestellung höchstens kosten darf, bevor sie sich nicht mehr lohnt.
Wenn der Deckungsbeitrag zu klein ist
Ist das Ergebnis zu niedrig, gibt es drei Stellschrauben: den Preis erhöhen, die Kosten senken oder den Artikel aus dem Sortiment nehmen. Überlege ehrlich, welche für dich realistisch ist. Oft hilft schon ein günstigerer Versandweg oder eine kleinere Verpackung. Eine Preiserhöhung kann die Zahl der Bestellungen verringern, also beobachte das nach der Änderung.
Kleinunternehmer im Blick behalten
Wenn du als Kleinunternehmer verkaufst, behalte die geltenden Umsatzgrenzen im Auge. Wie sie genau gelten und was daraus folgt, klärst du bitte mit einer Steuerberatung. Dieser Artikel gibt dazu keine Auskunft.
Typische Fehler
Häufig vergessen wird der Rabatt für Stammkunden oder die Rücksendekosten, die du übernimmst. Auch Geschenke und Muster, die du beilegst, schmälern den Deckungsbeitrag. Lässt du sie weg, rechnest du dich besser, als es ist. Setze die Zahlen lieber etwas vorsichtiger an.
Passend dazu
Für die laufende Rechnung bieten sich der Preisrechner als Offline-Rechner im Browser oder die Kalkulationsmappe mit 50 Artikelzeilen an. Beides gibt es auch zusammen als Komplettpaket. Es sind Rechenhilfen. Wenn du es erst einmal selbst probieren willst, kommst du mit dem Beispiel oben schon ein gutes Stück weit.
Zur Übersicht geht es auf die Startseite des Shops.
Allgemeine Informationen, keine Rechts-, Steuer- oder Gesundheitsberatung.