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Margenblick

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Aufschlag oder Marge? Der Unterschied einfach erklärt

„Ich schlage 50 Prozent auf, dann habe ich 50 Prozent Marge.“ Dieser Satz klingt logisch, ist aber falsch. Aufschlag und Marge sind zwei verschiedene Rechenweisen, und wer sie verwechselt, kalkuliert zu knapp. Hier siehst du den Unterschied an einem erfundenen Beispiel.

Die beiden Begriffe

Rechenbeispiel (erfundene Zahlen)

Du kaufst einen Artikel für 10 Euro ein und schlägst 50 Prozent auf. Dann kostet er im Verkauf 15 Euro. Der Rohertrag beträgt 5 Euro. Bezogen auf den Einkauf sind das 50 Prozent (Aufschlag). Bezogen auf den Verkaufspreis sind es 5 von 15, also gut 33 Prozent (Marge). Gleicher Artikel, gleiche Zahlen, zwei verschiedene Prozentwerte.

So rechnest du um

Von Aufschlag zu Marge: Marge = Aufschlag geteilt durch (1 plus Aufschlag). Bei 0,5 ergibt das 0,5 geteilt durch 1,5, also etwa 0,33.

Von Marge zu Aufschlag: Aufschlag = Marge geteilt durch (1 minus Marge). Bei einer Wunschmarge von 0,4 ergibt das 0,4 geteilt durch 0,6, also etwa 0,67.

Wenn du 40 Prozent Marge erreichen willst, brauchst du also rund 67 Prozent Aufschlag auf den Einkauf. Mit 40 Prozent Aufschlag landest du bei knapp 29 Prozent Marge.

Welcher Wert ist wofür nützlich?

Der Aufschlag eignet sich, um vom Einkaufspreis auf den Verkaufspreis zu kommen. Die Marge zeigt, wie viel vom Umsatz tatsächlich beim Rohertrag ankommt. In Gesprächen mit Lieferanten, Plattformen oder Steuerberatung lohnt es sich, immer dazuzusagen, welcher Wert gemeint ist.

Ein zweites Beispiel mit Rabatt (erfundene Zahlen)

Dein Artikel kostet 30 Euro bei 18 Euro Einkauf. Du gibst 10 Prozent Rabatt, also 27 Euro. Der Rohertrag sinkt von 12 auf 9 Euro, das ist ein Viertel weniger. Bezogen auf den Verkaufspreis sinkt die Marge von 40 auf rund 33 Prozent. Der Rabatt sieht klein aus, trifft aber den Rohertrag stärker, weil der Einkaufspreis gleich bleibt. Prüfe darum vor einer Aktion, wie viel mehr du verkaufen müsstest, damit der Rohertrag insgesamt nicht sinkt.

So gehst du vor

  1. Lege fest, welche Marge du am Verkaufspreis erreichen willst.
  2. Rechne sie in den nötigen Aufschlag um.
  3. Addiere alle Kosten pro Stück, nicht nur den Einkauf.
  4. Vergleiche das Ergebnis mit dem Preis, den dein Markt akzeptiert.

Typische Fehler

Vom Rohertrag zum Gewinn

Die Marge sagt nichts darüber, ob dein Shop Geld verdient. Dafür brauchst du den Deckungsbeitrag nach variablen Kosten und die Fixkosten pro Monat. Wie das geht, steht im Ratgeber Deckungsbeitrag berechnen, und die Preisuntergrenze erklärt der Ratgeber Verkaufspreis berechnen.

Gratis nachrechnen

Für die schnelle Umrechnung gibt es den kostenlosen Marge-Aufschlag-Rechner (kostenlos, Adresse: marge-aufschlag-rechner.sunfield.workers.dev) von Sunfield. Er rechnet in beide Richtungen und speichert nichts.

Eine kleine Umrechnungstabelle (erfundene Zahlen)

Zum Gefühl für die Werte: Ein Aufschlag von 25 Prozent entspricht einer Marge von 20 Prozent. 50 Prozent Aufschlag ergeben etwa 33 Prozent Marge, 100 Prozent Aufschlag genau 50 Prozent Marge. Umgekehrt brauchst du für 30 Prozent Marge rund 43 Prozent Aufschlag. Du siehst: Je höher die Werte, desto größer wird der Abstand. Bei kleinen Prozentsätzen liegen beide Zahlen noch nah beieinander, bei großen weit auseinander. Genau deshalb passieren die Verwechslungen oft erst bei höheren Aufschlägen.

So prüfst du dein Ergebnis

Nimm Einkaufspreis und Verkaufspreis deines Artikels und rechne rückwärts: Verkaufspreis minus Einkauf ist der Rohertrag. Teile ihn einmal durch den Einkauf (Aufschlag) und einmal durch den Verkaufspreis (Marge). Beide Werte sollten zu dem passen, was du geplant hast. Notiere dir außerdem, welchen Wert deine Plattform oder dein Lieferant meint, wenn er von „Marge“ spricht. Das spart spätere Missverständnisse.

Kurze Merkregel

Frage dich bei jeder Prozentzahl: Prozent wovon? Steht der Einkaufspreis im Nenner, ist es ein Aufschlag. Steht der Verkaufspreis im Nenner, ist es eine Marge. Schreibe die Bezugsgröße in deine Tabelle gleich neben die Zahl, dann entstehen später keine Irrtümer, auch nicht, wenn du die Datei nach Monaten wieder öffnest.

Passende Hilfen aus dem Shop

Möchtest du mehr als einen Wert umrechnen, kommt der Aufschlag-Marge-Rechner aus dem Shop mit mehr Funktionen infrage. Der Margenblick Preisrechner verbindet Einkauf, Gebühren und Versand für viele Artikel, und die Kalkulationsmappe bietet 50 Artikelzeilen in Tabellenform. Mehr zum Thema steht unter Preise und Marge.

Alle Zahlen sind erfunden und dienen nur dem Rechenweg. Allgemeine Informationen, keine Rechts-, Steuer- oder Anlageberatung.

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